SELK Landau und Crailsheim

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Pfarrer
Jürgen Wienecke
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76829 Landau
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Der Pfarrbezirk

„Landau liegt doch in der Pfalz - und Crailsheim in Hohenlohe, also am nordöstlichen Rand von Baden-Württemberg! Wie passt das denn zusammen?“

Eigentlich gar nicht. 170 km fährt der Pfarrer, wenn er vom Pfarrhaus in Landau zum Gottesdienst nach Crailsheim kommt. Und wenn er dort Gemeindebesuche macht, kann es sein, dass er noch einmal 50 km weiter nach Osten fährt.

Also: eine „Liebesheirat“ war es nicht, als die beiden Gemeinden im Jahr 1988 dem zustimmten, gemeinsam ein Pfarramt zu bilden mit Sitz in Landau. Aber es schien durchaus vernünftig zu sein, weil einerseits die Gemeinden jeweils zu klein waren und sind, um je einen eigenen Pfarrer „tragen“ zu können.

Andererseits konnten sie auch nicht einfach einem benachbarten Pfarrbezirk zugeordnet werden. Der neu gegründete Pfarrbezirk Franken mit Sitz in Nürnberg war in sich schon so weit verzweigt, dass dem dortigen Pfarrer nicht noch eine Gemeinde zugemutet werden konnte.

Von der Entfernung her wäre vielleicht noch die Anbindung an den Pfarrbezirk Stuttgart-Tübingen möglich gewesen. Aber die Arbeitsbelastung des Pfarrers dieser großen Parochie mit über 500 Gemeindgliedern war ohnehin schon grenzwertig.

Da die Einrichtung von Teilzeit-Stellen damals für die Gesamtkirche noch nicht im Blick war, kam das weit im Westen des Kirchenbezirkes liegende Landau ins Gespräch.

Dort hatte sich gezeigt, dass das Pfarramt nach längerer Vakanzzeit unbedingt weiter besetzt bleiben musste, um die Gemeinde zu stabilisieren und wieder neu aufzubauen. Aber die Gemeindegliederzahlen waren zu gering, die Wachstumschancen wurden eher verhalten eingeschätzt, um ein Vollzeit-Pfarramt in ausreichender Weise dauerhaft auszulasten.

So entstand die Idee, die querverbindende Autobahn A6 zu nutzen, die für einen Pfarrbezirk ungewöhnlich große Entfernung zu minimieren. Der Vorschlag war geboren, Nordwürttemberg mit der Pfalz zu einem Pfarrbezirk Landau-Crailsheim zusammenzulegen. Die zuständigen Gremien, Bezirksbeirat und Bezirkssynode haben dem – in Ermangelung anderer sinnvoller Alternativen – zugestimmt.

Und so kam es, dass Gerhard Triebe als erster Pfarrer diesen neuen Pfarrbezirk von Landau aus betreute und überwiegend mit dem Motorrad die großen Distanzen überwand, was sich bis heute noch im kollektiven Gedächtnis eingebrannt hat, auch weit über die betreffenden Gemeinden hinaus.

Seit 2003 ist Pfarrer Jürgen Wienecke sein Nachfolger. Er ist zwar auch begeisterter Motorradfahrer, bereist seinen großen Bezirk aber lieber mit dem PKW.

Und allen Gerüchten zum Trotz: Der Besitz von Motorrad samt entsprechendem Führerschein war keinesfalls Voraussetzung für die Berufung. Eher seine – sicher etwas ironisch gemeinte – Einstellung: „170 km zwischen den Gemeinden? Das ist so verrückt, da muss ich hin!“

Er hat es nicht bereut. Und – so weit man das erheben kann – die Gemeinden auch nicht.